Celestron C11 -der Umbau
Was war der Auslöser um das C11 zu zerlegen? 

Nach mehrfacher Justage am Stern musste ich immer wieder feststellen das die Kolimation nicht stabil war.
War das C11 im Zenith mit aller Sorgfalt justiert, genügte ein Schwenk auf 30° Höhe und die Optik war verstellt. Durch Rückfragen bei Alois Ortner konnte die Fehlerursache für meine Optik auf einen gelockerten Hauptspiegel eingegrenzt werden.
Der Vorbesitzer hatte das C11 in einer Sternwarte fest montiert durch die Temperaturunterschiede ist wohl der Kork indem der Hauptspiegel gelagert ist geschrumpft.
Es sollte sich auch zeigen dass das Blendrohr nur mehr auf einer Seite mit Fett benetzt war. Eine Seite des Blendrohr war trocken.
Die Zentralmutter welche den Hauptspiegel eigentlich festhält lies sich mit leichtem Druck fast eine halbe Umdrehung festdrehen.
Durch neues einfetten des Blendrohrs und festziehen der Hs-Halterung  konnte die Justierstabilität wieder auf einen SC-typischen Wert gebrachte werden.
Ein letzter Rest ist immer noch vorhanden.
Das ist meiner Meinung nach konstruktionsbedingt. Wer den massigen Hauptspiegel eines =>10" SC mal in der Hand gehalten hat kann leicht verstehen was ich damit sagen will.
Für visuelle Beobachtung und Fokalfotografie ausreichend ,für hoch aufgelöste Planetenfotografie überprüfe/justiere ich die Optik auf einen in der Nähe befindlichen Stern. Unverzichtbar: "Bobsknobs"
Ich bin mit dem C11 mobil an mehreren Beobachtungsorten unterwegs, das erfordert Kompromisse.
Und weil das C11 zerlegt werden musste dauerte es auch nicht lange bis sich  weitere Verbesserungswünsche
einstellten:
Streulicht verringern durch einbringen von Klebesamt und den Tubus unsichtbar zu isolieren. Damit soll die unterschiedliche Wärmeabstrahlung an der Ober- und Unterseite ausgeglichen werden.
Ein einfacher Test hat mich überzeugt das ein unbelüftetes SC nie ausgekühlt ist. Ich habe dazu ein innen/Außen-Thermometer aus dem Kfz Handel verwendet, den Temperaturfühler mit einem Stab durch den Okularauszug in die Nähe des Fangspiegel gebracht und so Innen- und Außentemperatur gemessen. Den 19° warme Tubus habe ich ohne den Okularauszug zu verschließen bei einer Außentemperatur um 0° ins Auto gelegt und laufend die Temperaturen gemessen. Die Werte sprechen für sich:
Dauer 20min 50min 75min 100min 130min 160min 190min 220min
Temp.Differenz 3,6° 1,4° 0,8° 0,8°
Der Hauptspiegel speichert durch seine Masse die Wärme leider sehr gut!
Die Tonnenform des SC macht es auch nicht besser. Was tun?
Entscheidend ist verschiedene Temperaturzonen (= Verschiedene Dichten) im Tubus zu vermeiden. Die Dichtezonen bewirken Lichtbrechungen. (Test beim Betrachten eines defokussierten Sternscheibchen: wallende Fläche/Schlieren bedeuten schlecht temperierte Optik!)
Die Luftströmung  ist zu vernachlässigen
Im Idealfall sollte der Tubus quer belüftet werden. Im S.u.W. wurde darüber ausführlich berichtet.
Mein C11:
-wird mit einer  riesigen Rohrschelle gehalten.
-hat durch den mobilen Einsatz und den damit verbundenen Aufbauzeiten mehr Zeit zum auskühlen.
-soll so weit als möglich von Staub geschützt werden
- soll beim Transport nicht beschädigt werden
So habe ich mich für eine Hinterlüftung des Hauptspiegel entschlossen nach dem Motto wichtig ist DAS gelüftet wird nicht wie.

Schmidplatte ausbauen

Wenn der Haltering der Schmidplatte abgenommen ist sieht man mehrere Korkplättchen die die Schmidplatte in ihrer Lage fixieren. Die Anzahl und Position ist von Teleskop zu Teleskop verschieden.

Wichtig ist sich die Lager der Schmidplatte und der Korkplättchen genau zu markieren.

Dazu habe ich kleine Klebeetiketten verwendet.

Die Schmidtplatte ist extra markiert, Sie darf unter keinen Umständen verdreht werden!

Der Fangspiegel und die Streulichtblenden.
Deutlich sind zwei helle Klebestellen zu erkennen.
Die Ursache für zwei Spikes um helle Sterne bei CCD Aufnahmen  ist nun auch klar! 
Die Klebestellen habe ich  geschwärzt
Der Hauptspiegel (Hinteransicht) lässt sich nach abschrauben der Fokussiereinheit und entfernen eines Spannring am Blendrohr nach vorne um 90° gekippt aus dem Tubus nehmen.
Mein C11 hat vorne zwei Ausnehmungen
Das Innenrohr
lässt sich einfach mit einer eingeschobenen Kartonröhre in der Samt eingeklebt ist verbessern.
Deutlich ist auch die abgebaute Fokussiereinheit zu sehen
Isolierung:

Mit Klebestreifen Luftpolsterfolie eingeklebt. Der Hauptspiegel lässt genug Platz zum Rand

Spiegelshifting verringern
Durch neues Fett am Blendrohr
Bewegung ist immer im SC! 
Besonders bei Planetenaufnahmen ist es unlustig wenn beim fokussieren der Planet vom kleinen Tour-Chip wandert. Das neu einfetten hat keine wesentliche Verbesserung gebracht Wird sich auch durch die Konstruktion nie ganz beseitigen lassen, außer man setzt den Spiegel fest.

Durch die Wärmeabstrahlung der Erde  entsteht ein Temperaturunterschied zwischen Ober- und Unterseite der Optik, die wiederum das Tubusseeing verstärkt
Lüftereinbau:
Die 60x60 21mm hohen Papstlüfter vor dem Einbau. Die Lüfter werden von M2 Schrauben gehalten die mit Silikon in die Löcher eingeklebt wurden um Vibrationen zu vermeiden.
Zum Luxus noch Schalter und Potentiometer dazu.
In der Praxis lasse ich die Lüfter auf voller Drehzahl dauernd im Betrieb.
Die Lüfterbohrungen wurden nach einiger Überwindung mit einem hartmetallbestückten Dosenbohrer gemacht.
Die Rückwand ist ca. 4mm dick
Und hier fertig eingebaut.
durch die flache Bauweise der Lüfter kann der Hauptspiegel sie nicht beschädigen
Ein Lüfter fördert die Luft nach außen, der andere bläst nach innen.
Auch bei verschlossenem Okularauszug ist der Luftaustausch gesichert.
Bobsknobs,
um ohne Werkzeug justieren zu können
Filter
Fa. Papst bietet auch passende Filter und Abdeckungen an.
So ist es möglich die Optik gefiltert zu
belüften. 
Durch den Einbau der Lüfter im Inneren stören die Filter mit einer Resthöhe von 10mm bei Okularseitigem Zubehör nicht
Praxis:
- Die aufwendige Arbeit hat sich gelohnt.
- Die Lüfterregelung verwende ich nicht.
- Es haben sich weder im Sommer- noch im Wintereinsatz die Folien gelöst oder sich Fusseln im Tubus gebildet.
- Die glänzenden Fangspiegelblenden und das Blendrohr hätte ich auch noch behandeln sollen.
- der Aufwand ist nicht zu unterschätzen.

28.12.2003 (der Umbau ist im Mai2003 erfolgt.)